Dienstag, 5 Januar, 2016 - 10:32

Marrakesch - Eine Fülle von Luxushotels

Alle lauschen dem Geschichtenerzähler auf dem Place Djemaa el-Fna. Er berichtet von einem Berber aus Imilchil, der auf dem Heiratsmarkt seine Tochter an den Mann bringen will, einen guten Mann. Gleich daneben geben einige Trommler ihr Bestes und der Schlangenbeschwörer bläst mit vollen Wangen in seine Flöte: Marrakesch - das ist ein Angriff auf die Sinne.

Mittlerweile ist die Stadt zum Trendziel der Prominenz geworden. Das Weltkulturerbe der Unesco, das Paris der Sahara wurde vom Who ist Who der Welt besucht. von Queen Elizabeth II. über Brad Pitt bis Versace und Jean Paul Gaultier. Die Modeschöpfer suchten sich sogar ein zweites zu Hause in den Gassen der Altstadt, wie auch Yves Saint Laurent, der König des Schwarz-Weiß, der meinte: „Marrakesch hat mich gelehrt, Farben zu nutzen.“

In der Folge wurden Traumhotels gebaut, die es in solch geballter Weise kein zweites Mal auf dem afrikanischen Kontinent gibt. Die Glamour-Paläste der alten marokkanischen Königstadt erscheinen wie Märchenschlösser mit Kulisse des Atlasgebirges im Hintergrund.

La Mamounia ebnete 1923 den Weg. „Dies ist der schönste Platz der Welt“, sagte Winston Churchill damals. Seit 2012 steht an erster Stelle aber ein Haus der deutschen Oetker-Collection: Der Palais Namaskar besticht mit 41 Zimmern, Suiten, Villen und Palästen, darunter der Water Palace, der für 12.000 Euro pro Nacht zu haben ist.

Das Four Seasons, im Stadtvergleich in der Anmutung eher im Stil eines sehr guten Pauschalreisehotels, steht mit seiner Royal Villa zu 11.500 Euro kaum hinterher.

Wen wundert es da, dass ein Omanjena, das Royal Palm oder das Salman in dieser Stadt fast schon die B-Kategorie einnehmen müssen? Zumal neben zahlreichen Riad-Hotels ohne Kettenanbindung wie dem Maison Arabe schließlich auch noch Schwergewichte wie Le Meridien, Sofitel oder Hilton um zahlungskräftige Kundschaft buhlen.

Zuletzt ging das Mandarin Oriental mit 54 Villen, direktem Zugang zu zwei Golfplätzen und 100.000 Rosen am Rande der Medina an den Start. Und ein Ende ist nicht in Sicht: „An einem Place to be wie Marrakesch müssen wir vertreten sein“, sagt Anthony Ingram, Global Brand Leader der zu Starwood gehörenden jungen und modernen W-Hotels.

Dann trifft 1001 Nacht auf hippe Kommunikation, etwa wenn der Gast dem Hotelpersonal von unterwegs seine Wünsche per Whats App aufträgt. Das könnte dann im Frühjahr 2018 der Hit im Marrakesch der Farben, Gaukler und Promis werden.

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